Archiv der Kategorie: Presse

Neuauflage des Buches „In Meiner Tasche“ – Kinderbuch für Schulklassen kostenlos

Die so genannten Kindertransporte, mit denen Kinder aus jüdischen Familien vor dem sicheren Tod im Vernichtungslager der Nationalsozialisten gerettet wurden, beschäftigen Ernst Klein vom Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“ schon seit vielen Jahren.

Eines dieser jüdischen Kinder war das Kasseler Mädchen Dorrith Marianne Oppenheim. Sie hatte das Glück, in eine liebevolle Pflegefamilie nach Schottland zu kommen. Als Erwachsene hat sie ihre Geschichte aufgeschrieben und zusammen mit Illustrationen von Gerald Fitzgerald in einem Kinderbuch veröffentlicht. Ernst Klein hat jetzt mit Eigenmitteln und einem Zuschuss vom „Netzwerk für Toleranz“ eine Neuauflage des Buches „In meiner Tasche“ drucken lassen.

Klein: „Das Buch schildert einfühlsam die Gedankenwelt von Kindern, denen gesagt wird, dass die Eltern bestimmt bald nachkommen werden.“ Das Buch habe mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingssituation wieder eine ganz neue Aktualität erlangt.

Das Buch ist zu einem Preis von 9,95 € im Gustav-Hüneberg-Haus erhältlich. Interessierten Schulen wird das Büchlein gerne kostenlos in Klassenstärke zur Verfügung gestellt. Kontakt: Ernst Klein, ernstwklein[at]web.de

Medienstation erweitert die Ausstellung zur Deutsch-Jüdischen Geschichte

Das Gustav-Hüneberg-Haus ist um eine Attraktion reicher: Der Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“ freut sich, seine Ausstellung zur deutsch-jüdischen Geschichte in der Region um eine interaktive Medienstation erweitern zu können.

Da der 800 Jahre alte Gewölbekeller mit der 2013 wiederentdeckten Mikwe für Menschen mit Beeinträchtigungen nicht zugänglich ist, können sich die Besucher der Geschichtswerkstatt von nun an mit Hilfe des Terminals interaktiv über einen Bildschirm mit den Informationen zur Mikwe auseinandersetzen. „Mit der Medienstation können wir das einzigartige jüdische Ritualbad einem noch größeren Besucherkreis zugänglich machen“, freut sich der 1. Vorsitzende Thomas Neutze.

Über die Inhalte der Medienstation wird die Geschichte der Mikwe allgemein und die der Volkmarser Mikwe im Besonderen vermittelt. Das Vorhaben wurde mit 80 % der Kosten aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union gefördert. Der übrige Teil wurde aus Spenden und Eigenmitteln des Vereins finanziert. Bei der technischen Umsetzung half die renommierte Firma ArchimediX aus Ober-Ramstadt. Das Gustav-Hüneberg-Haus hat an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet.

Der Vorstand freut sich über die Inbetriebnahme der neuen Medienstation. Von links: Manfred Flore, Susanne Buxan, Niklas Keim, Joachim Geritzen, Thomas Neutze und Arno Walprecht

„Starke Frauen im Landkreis Waldeck-Frankenberg“ ab 25. Oktober im Gustav-Hüneberg-Haus

Die Wanderausstellung „Starke Frauen im Landkreis Waldeck-Frankenberg“ macht Station im Volkmarser Gustav-Hüneberg-Haus. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Frauenbüros des Landkreises, dem Museum Bad Arolsen, dem Museum im Kloster Frankenberg, dem Quellenmuseum Bad Wildungen, dem Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach sowie des Vereins „Rückblende – Gegen das Vergessen“. Die Ausstellung erzählt beispielhaft die Geschichten von 30 Frauen, die sich als besondere Persönlichkeiten für soziale Gerechtigkeit und kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritt eingesetzt haben.

 Unter diesen 30 Frauen befindet sich Ilse Meyer, geb. Lichtenstein. Während ihrer Kindheit litt die Volkmarserin mit ihrer Familie ständig unter Demütigungen durch die Nationalsozialisten. Im Januar 1939 konnte sie mit ihrer Schwester Inge nach Holland entkommen. Ilse bekam im Frühjahr 1940 ein Visum in die USA. Ihre kleine Schwester kam nach der deutschen Besetzung der Niederlande nach Volkmarsen zurück. Im Juni 1942 wurde sie mit ihren Eltern im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Trotz aller Schicksalsschläge und Verbitterung hat sich Ilse Meyer-Lichtenstein seit den 1990er Jahren zusammen mit dem Verein Rückblende unermüdlich in ihrer frühen Heimatstadt und darüber hinaus für Versöhnung und Toleranz eingesetzt. Sie vertraute dem Verein ihre Erinnerungen an und hinterließ unvergessliche Eindrücke bei ihren Begegnungen mit Schulklassen. Ihr Vermächtnis: „Ihr, die heutigen Generationen in Deutschland, seid nicht schuldig an den Verbrechen der Vergangenheit, aber ihr habt die Verantwortung, dass sie nie wieder geschehen.“

Als weitere Volkmarserin wird das Leben der Schwester Hilda, die „gute Seele“ im St. Elisabeth Krankenhaus, vorgestellt.

Die Ausstellung ist im Zeitraum vom 25.10.-10.11.2019 an folgenden Tagen im Gustav-Hüneberg-Haus zu sehen: mittwochs 18:00 – 20:00 Uhr, samstags 14:00 Uhr – 16:00 Uhr, sonntags 14:00 – 17:00 Uhr sowie nach Vereinbarung. Der Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“ lädt zu einer Vernissage am 25.10.2019, 17:00 Uhr, in das Gustav-Hüneberg-Haus ein. Interessierte sind auch zu der diesjährigen Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen im Jahr 1938 am 03.11.2019, 17:00 Uhr, eingeladen. Anlässlich der Ausstellung „Starke Frauen im Landkreis Waldeck-Frankenberg“ wird hier im Besonderen an Ilse Lichtenstein erinnert.

Ilse Meyer-Lichtenstein auf dem Jüdischen Friedhof  bei Ihrem letzten Besuch in Volkmarsen

Wechsel an der Spitze des Arbeitskreises Rückblende

Die Mitglieder des Vereins „Rückblende – Gegen das Vergessen“ haben in ihrer Jahreshauptversammlung am 17.09.2019 einen neuen Vorstand gewählt. Zukünftig wird der Verein von Thomas Neutze geführt. Komplettiert wird das Team um die beiden zweiten Vorsitzenden Joachim Geritzen und Arno Walprecht, Manfred Flore (Kassierer), Susanne Buxan (Schriftführerin) und Niklas Keim (stellv. Schriftführer). Der bisherige 1. Vorsitzende Ernst Klein trat nach 23 Jahren nicht mehr zur Wahl an.

Den Online-Artikel der Waldeckischen Landeszeitung vom 18.09.2019 finden Sie hier.

Denkmalpreis für Mikwe-Haus: Anerkennung für Rückblende

Am 20.08.2019 wurde zeitgleich mit dem Denkmalschutzpreis auch der von der Hessischen Staatskanzlei gestiftete Ehrenamtspreis verliehen. Bei der Vergabe des Ehrenamtspreises steht das gemeinschaftliche Engagement für ein Kulturdenkmal im Vordergrund. Preisträger ist in diesem Jahr Ernst Klein, 1. Vorsitzender des Vereins „Rückblende – Gegen das Vergessen“. Mit 2500 Euro wurde der engagierte Einsatz für den Erhalt des Mikwe-Hauses im Steinweg 24 gewürdigt.

Den Online-Artikel der Waldeckischen Landeszeitung vom 20.08.2019 finden Sie hier. Einen Bericht der Hessenschau finden Sie hier.

Bern Brent mit Familie aus Canberra – Aus Australien mit 96 zu Besuch in Volkmarsen auf Spuren der jüdischen Vorfahren

Der 96-Jährige Bern Brent, dessen Vater einen Teil seiner Jugend in Volkmarsen verbrachte, reiste aus Canberra (Australien) nach Deutschland und besuchte mit seiner Tochter und seinem Enkel den Verein „Rückblende – Gegen das Vergessen“.

Den Online-Artikel der Waldeckischen Landeszeitung vom 21.07.2019 finden Sie hier.