Die Ereignisse im November 1938 waren ein vorläufiger – für alle Deutschen
e r k e n n b a r f u r c h t b a r e r - Höhepunkt in der Entwicklung zu millionenfachem Mord und einem alles ins Verderben reißenden verbrecherischen Krieg.
In diesen düsteren Tagen unserer Geschichte hat sich die Gesellschaft in Deutschland moralisch selbst ruiniert, weil sie nicht Einhalt gebot, nicht der Ungesetzlichkeit und dem rassistischen Ungeist das Handwerk legte.
Spätestens in den Tagen und Nächten des November 1938 wurde die damalige Gesellschaft
m i t v e r a n t w o r t l i c h für Massenmord, Ruinen, Schutt und Asche in Europa.
Doch es gab nicht nur Zerstörung von Gebäuden, sondern auch Verwüstungen und Zerstörungen in den Köpfen und Herzen der Menschen, die zum Teil bis h e u t e noch nicht beseitigt sind.
Deshalb soll diese Ausstellung für u n s a l l e auch Anregung sein zur Auseinandersetzung mit den immer noch bestehenden Problemen von Vorurteilen, Diskriminierung und Gewalt, mit den grundsätzlichen Fragen des Umgangs von Menschen mit Menschen, zu den Fragen nach Menschwürde, Gleichberechtigung und gegenseitiger Achtung.

Nachstellung des am 9.November 1938 verwüsteten Zimmers der Familie Lichtenstein nach der Beschreibung im Brief vom 10.01.1939 von Ilse Meyer Lichtenstein
