„Starke Frauen im Landkreis Waldeck-Frankenberg“

Die Wanderausstellung „Starke Frauen im Landkreis Waldeck-Frankenberg“ machte Station im Volkmarser Gustav-Hüneberg-Haus. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Frauenbüros des Landkreises, dem Museum Bad Arolsen, dem Museum im Kloster Frankenberg, dem Quellenmuseum Bad Wildungen, dem Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach sowie des Vereins „Rückblende – Gegen das Vergessen“. Die Ausstellung erzählt beispielhaft die Geschichten von 30 Frauen, die sich als besondere Persönlichkeiten für soziale Gerechtigkeit und kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritt eingesetzt haben.

 Unter diesen 30 Frauen befindet sich Ilse Meyer, geb. Lichtenstein. Während ihrer Kindheit litt die Volkmarserin mit ihrer Familie ständig unter Demütigungen durch die Nationalsozialisten. Im Januar 1939 konnte sie mit ihrer Schwester Inge nach Holland entkommen. Ilse bekam im Frühjahr 1940 ein Visum in die USA. Ihre kleine Schwester kam nach der deutschen Besetzung der Niederlande nach Volkmarsen zurück. Im Juni 1942 wurde sie mit ihren Eltern im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Trotz aller Schicksalsschläge und Verbitterung hat sich Ilse Meyer-Lichtenstein seit den 1990er Jahren zusammen mit dem Verein Rückblende unermüdlich in ihrer frühen Heimatstadt und darüber hinaus für Versöhnung und Toleranz eingesetzt. Sie vertraute dem Verein ihre Erinnerungen an und hinterließ unvergessliche Eindrücke bei ihren Begegnungen mit Schulklassen. Ihr Vermächtnis: „Ihr, die heutigen Generationen in Deutschland, seid nicht schuldig an den Verbrechen der Vergangenheit, aber ihr habt die Verantwortung, dass sie nie wieder geschehen.“

Als weitere Volkmarserin wird das Leben der Schwester Hilda, die „gute Seele“ im St. Elisabeth Krankenhaus, vorgestellt.

Ilse Meyer-Lichtenstein auf dem Jüdischen Friedhof  bei Ihrem letzten Besuch in Volkmarsen