VORTRAG: „JÜDISCHES LEBEN IM MITTELALTER“

Jüdisches Leben in der mittelalterlichen Stadt - die Beispiele Konstanz und Frankfurt am Main", Sichworte: Als die Juden aus den Städten der deutschen Lande in der Mitte des 15. Jahrhunderts vertrieben wurden, wurde auch der größte Teil ihres kulturellen Erbes zerstört und die Erinnerung daran durch die Vorstellung von einer mittelalterlichen christlichen Einheitskultur überdeckt. Deshalb ist die gemeinsame christlich-jüdische und lateinisch-hebräisch-deutsche Kultur der Städte kaum noch vorstellbar. Doch waren die Siedlungsräume von Christen und Juden oft noch nicht getrennt, gab es viele ökonomische und soziale Beziehungen. An den Beispielen der Städte Konstanz und Frankfurt am Main, deren jüdische Ansiedlungen und Quellen in den letzten Jahren intensiver erforscht wurden, soll dies vorgeführt werden.

Zu Frau Professor Dr. Dorothea Weltecke : Sie hat seit 2021 die Professur für Europäische Geschichte des Mittelalters an der Humboldt-Universität zu Berlin inne, vorher war sie Professorin für Mittelalterliche Geschichte II an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (2017-2021) und für Geschichte der Religionen an der Universität Konstanz (2007-2017). Sie hat in Berlin Geschichte, Semitistik und Kunstgeschichte studiert und zur Geschichte der christlichen Kirchen und der Religionen in Europa und im Vorderen Orient publiziert.

Besuch der Waldeck-Frankenberger Bank

Im Rahmen eines Betriebsausflugs in Volkmarsen besuchten Mitarbeiter der Waldeck-Frankenberger Bank zur Mittagszeit das Haus Hüneberg. Nach einem Imbiss besichtigten sie die Ausstellungen und die Mikwe. Bei diesem Anlass übergab der Vorstand der Bank dem Verein Rückblende gegen das Vergessen für ihre ehrenamtliche Arbeit einen Scheck in Höhe von 1500,00€. Der Vorstand des Vereins bedankte sich für diese Unterstützung der Arbeit durch die Bank.

Das diesjährige Sommerfest war ein voller Erfolg

Eingerahmt wurde die offizielle Eröffnung des Sommerfestes mit Musik. Ein Instrumentalensemble mit Flöten und Cello spielte Klezmermusik. Jacqueline Seitz am Cello, Renate Walprecht, Gudrun Simon, Dorothea Schmidt-Schäfer, Tanja Weitzendorf und Maren Grünhaupt an den Flöten musizierten die mitreißende, traditionelle Musik der Ostjuden.

Der beschauliche, wunderschöne Garten des Gustav Hüneberg Hauses bot einen gelungenen Rahmen für die Veranstaltung. Dank des guten Wetters konnte gemeinsam draußen gefeiert werden.

Der 1. Vorsitzende der Rückblende, Dr. Wolfgang Werner, begrüßte die zahlreich erschienen Gäste und informierte über den geplanten Ablauf des Abends. Neben ihm der Frankfurter Fotograf Peter Seidel.

Als „Dankeschön“ für ihre musikalischen Darbietungen überreichte der stellvertretende Vorsitzende der Rückblende, Arno Walprecht, den Damen jeweils eine Rose. Auch dem Fotografen Peter Seidel scheint es gefallen zu haben.

Ab 20.00 Uhr gab es auf der eigens dafür aufgebauten Bühne ein Konzert des Duos „Season“. Tabea Henkelmann mit ihrer wunderschönen, warmen Stimme und Thomas Höhl am Piano begeisterten die Besucher mit ihrer Musik. Die farbenfrohen Arrangements bekannter und weniger bekannter Popsongs kamen sehr gut an.

Tabea Henkelmann und Thomas Höhl. Tabea brachte sehr gefühlvoll zum Ausdruck, was die Songs sagen wollen. Thomas als studierter Filmmusiker arrangierte die Stücke gekonnt und maßgeschneidert für die beiden.

Der Fotograf Peter Seidel neben dem Volkmarser Bürgermeister Hendrik Vahle und Dr. Wolfgang Werner. Bürgermeister Vahle kam im Rahmen eines „Stadtradel-Events“ zum Sommerfest, um dort ein Grußwort zu sprechen.

Bürgermeister Vahle teilte mit, dass er sehr erfreut sei über die rege Arbeit des Vereins, die den ganzen Ort belebe. Er begrüßte besonders den aus Frankfurt angereisten Peter Seidel.

Der Veranstaltungsraum des Gustav Hüneberg Hauses wurde zum Ausstellungsraum einer ganz besonderen Ausstellung. Peter Seidel brachte seine Bildersammlung zum Thema „Ganz rein“ mit nach Volkmarsen. Das sind Bilder von Mikwen, also jüdischen Ritualbädern, aus ganz Europa. Die Bilder wurden nicht einfach nur aufgehängt. Der Raum musste komplett verdunkelt werden, denn jedes einzelne Bild hat eine Beleuchtung „von innen“.

Peter Seidel hielt zu Beginn des Sommerfestes einen Vortrag im Garten. Die Zuhörer erfuhren etwas über seine Person, seine Intension, zu fotografieren, zur Entstehung der Bilder... Der Fotograf sparte auch nicht mit Seitenhieben auf aktuelle politische und gesellschaftliche Gegebenheiten.

Tabea Henkelmann in ihrem Element. Mit viel Gefühl und toller Stimme begeisterte sie die Zuhörer beim Sommerfest.

Vortrag von Dr. Rock über die "Neue Rechte"

Dr. Rock referiert über die "Neuer Rechte".

 

Die Präsentationsunterlagen können Sie sich hier anschauen.

 

 

Lesung zu Kurt Tucholsky mit Valeria Geritzen und Christian Holtgreve

„Der Mensch gönnt seiner Gattung nichts, daher hat er die Gesetze erfunden“

Dieses Zitat von Kurt Tucholsky könnte man als Motto der Veranstaltung beschreiben.

Valeria Geritzen und Christian Holtgreve bereiteten den zahlreich Erschienenen im Gustav Hüneberg Haus einen spannenden, unterhaltsamen und interessanten Nachmittag.

Stationen seines Lebens wurden nachgezeichnet, gespickt mit Gedichten und weiteren Texten.

Die Texte des politisch stark engagierten Journalisten und bedeutenden Publizisten der Weimarer Republik sind zwar schon ca. 100 Jahre alt, haben aber absolut nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Was würde der Pazifist und Antimilitarist Tucholsky zur aktuellen Situation in der Ukraine und den damit verbundenen Waffenlieferungen sagen?

 

Lesung und Gespräch mit dem Autor Martin Doerry zum Buch "Lillis Tochter"

Martin Doerry für eine Lesung im Hüneberg Haus zu gewinnen, darauf waren die Veranstalter schon stolz.

Er las aus seinem Buch „Lillis Töchter“, inzwischen wahrhaft ein Bestseller. Hauptinhalt des Buches sind Briefe. Briefe an Lilli und Briefe von Lilli.

Lilli Jahn war die Großmutter von Martin Doerry, ihre Tochter Ilse die Mutter von ihm. Lilli war Jüdin, verheiratet mit einem arischen Arzt und hatte fünf Kinder. Wie ihr Leben mit Verfolgung und Deportation verlief, ließ der Autor mit Hilfe der Briefe lebendig werden.

Traurige Stationen in Lillis Leben waren u.a. die Internierung in Breitenau und die Ermordung in Auschwitz.

Dass die Schatten der Vergangenheit auf seine Mutter fielen und auch sein Leben stark beeinflussten, wurde sehr deutlich. Lillis Tochter Ilse wollte lange Jahre nicht über die Zeit der Verfolgung, Entrechtung, Einschränkungen und deren Folgen sprechen. Erst spät konnte sie ihr Sohn Martin davon überzeugen, wie wichtig es ist, die „Zeit des feinen Schweigens“ zu beenden.

 

 

 

Shoagedenken am 25.01.2024

Holocaust-Gedenken

Arno Walprecht von der Rückblende begrüßte die Anwesenden zur diesjährigen Gedenkveranstaltung. Umrahmt wurde die Veranstaltung musikalisch von Jacquelene Seitz am Cello, Maren Grünhaut und Renate Walprecht an den Flöten. Diakon Alexander von Rhüden hatte mit Ariane Hille und Jakob Buse einen Dialog vorbereitet, der über die gemeinsamen Wurzeln des Judentums und des Christentums informierte. In seiner Ansprache erinnerte das Vorstandsmitglied Manfred Flore eindrucksvoll an die über sechs Millionen Menschen, die verfolgt und ermordet wurden. Zum Abschluss der Veranstaltung verlasen die beiden jungen Gäste die Namen der getöteten ehemaligen jüdischen Mitbürger aus Volkmarsen.