Lichterglanz in Haus und Hof
Ein besonderes Highlight waren die Führungen in der mit Kerzenschein beleuchteten Mikwe. Zahlreiche Besucher konnten die besondere Atmosphäre dort genießen, dem hebräischen Gesang der „Harmonist:innen“ und den Erläuterungen von Manfred Flore lauschen.
Zur Stärkung hatte Christel Flore verschiedene Suppen und Adventskräppel vorbereitet, dazu Glühwein und Punsch. Die perfekte kulinarische Begleitung zu Feuerschein und Weihnachtsdeko.
Ab 19.30 Uhr gaben die „Harmonist:innen“ im vollbesetzten Veranstaltungsraum ihr „Swinging Christmas“ Konzert zum Besten.
In der Pause des Konzerts informierte Dr. Werner über die aktuellen Planungen der Ausstellungsumgestaltung.
Adventsfenster im Hüneberg Haus
Der lebendige Adventskalender war am Sonntag, dem7. Dezember 2025 zu Gast bei der Rückblende in Volkmarsen.
Punkt 18.00 Uhr startete die besinnliche Veranstaltung am weihnachtlich dekorierten Hüneberg Haus. Das Fenster mit dem leitenden Motiv für den Abend wurde enthüllt: ein wunderschöner Engel im Glanz des Lichtes und ein Chanukka-Leuchter.
Nach der Begrüßung durch Manfred Flore las Dr. Wolfgang Werner die Geschichte vom unzufriedenen Engel vor. Dieser sucht sein Glück in unterschiedlichen materiellen Dingen – ein schönes Gewand, Goldstaub... -, bis er merkt, dass das, was ihn wirklich glücklich macht, schon immer da war. Die Wärme und das Licht der Sonnenstrahlen.
Arno Walprecht informierte über die Bedeutung des Chanukkafestes, dem jüdischen Lichterfest, und entzündete die Dienerkerze des Chanukka-Leuchters.
Abschließend spannte Renate Walprecht den Bogen in die heutige Zeit mit der Frage, was von dem unzufriedenen Engeln in uns stecken könnte und der Aufforderung, das zu wertschätzen, was wir haben: eine Gemeinschaft im Frieden.
Natürlich wurde mit Gitarrenbegleitung auch eifrig gesungen, bevor man sich Glühwein, Punsch und diverse Leckereien schmecken ließ.
Die Rückblende präsentiert sich beim Tag der offenen Tür des Hüffert-Gymnasiums in Warburg
Mit der gemeinsamen Gestaltung des Zeitzeugengesprächs mit Naftali Fürst, einem Überlebenden und Zeitzeugen der Shoa im April in der Nordhessenhalle, begann die Kooperation zwischen der Rückblende und dem Gymnasium in Warburg. Mittlerweile gibt es regelmässige Koordinationstermine, um diese Partnerschaft und die Möglichkeiten des Hüneberg-Hauses als ausserschulischen Lernort zu nutzen.
Auf diesem Hintergrund hat sich die Rückblende am Samstag, 29. November, anlässlich des Tages der offenen Tür der Schule vor Ort mit einem Stand präsentiert. Gemeinsam mit Schüler*innen und unter der Leitung von Frau Granziero wurde über die Zusammenarbeit informiert. Als nächstes wird es Anfang des nächsten Jahres eine Aufführung des mittlerweile fertiggestellten Videos vom Zeitzeugengespräch mit Naftali Fürst für die Schüler in der Schule geben. Im April ist dann eine gemeinsame Exkursion nach Weimar zur Gedenkstätte Buchenwald geplant, und zwar an dem Wochenende, an dem traditionell die Gedenkveranstaltungen zur Befreiung des ehemaligen KZ stattfinden. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch gemeinsam einen Baum im Rahmen des Gedenkprojektes „1000 Buchen“ spenden und pflanzen.
Die Ergebnisse eines Workshops, der in der Gedenkstätte stattfindet, wird dann Grundlage für unsere Gedenkveranstaltung zu den Pogromnächten um den 9. November 2026 sein und von den Schüler*innen gestaltet.
Empfänger unbekannt
Theaterstück zum Gedenken an die Pogrome im November 1938
Auf Einladung der „Rückblende - Gegen das Vergessen“ in Volkmarsen führte die Volksbühne Bad Emstal anlässlich des Pogromgedenkens am 9. November ihr Theaterstück „Empfänger unbekannt“ in der Nordhessenhalle in Volkmarsen auf. Die Begrüßung der Anwesenden erfolgte durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Arno Walprecht, der zunächst auf die Bedeutung dieses Gedenktages hinwies und die Veranstaltung einleitete.
Das Theaterstück handelt von einem fiktiven Briefwechsel in den Jahren 1932 bis 1934 zwischen dem jüdischen, in San Francisco lebenden Kunsthändler Max Eisenstein und seinem nach Deutschland zurückgekehrten Freund und Geschäftspartner Martin Schulze. Sieht der Amerikaner die politische Entwicklung in Nazideutschland zunehmen kritisch und mit Besorgnis, so ist sein Freund und Geschäftspartner in München zunächst von der politischen Entwicklung und dem vermeintlichen Aufbruch in Deutschland begeistert und wird zum glühenden Bewunderer Adolf Hitlers. Erst im späteren Verlauf des Briefwechsels zwischen den beiden, der im Mittelpunkt der Handlung steht und in dem Moment, in dem er selbst zum Opfer der faschistischen Bewegung wird, erkennt er die Gefahr, allerdings zu spät, um der eigenen Verfolgung zu entgehen: Der letzte Brief des amerikanischen Freundes findet keinen Adressaten mehr und wird mit dem Vermerk „Empfänger unbekannt“ zurückgeschickt.
Das eineinhalbstündige Theaterstück entwickelt mit jedem Briefwechsel immer größere Spannung, die am Ende dieser schriftlichen Kommunikation der beiden die ganze Tragik förmlich erfahren ließ. Die etwa 80 Gäste zu der Veranstaltung - der Raum in der Nordhessenhalle war bis auf dem letzten Platz besetzt - erlebten eine Aufführung, die am Ende auch noch mit Zitaten des Fraktionsvorsitzenden der AfD in Thüringen, Bernd Höcke, den Bezug zur politischen Situation in der Gegenwart herstellte.
Vortrag über "Jüdisches Leben in Helsen"
Zu einem Vortrag über „Jüdisches Leben in Helsen“ hatten wir Erhard Kraft aus Helsen am Sonntag , 1. November, zu Gast, der ein gleichnamiges Buch zur Geschichte jüdischen Lebens in Helsen zwischen 1688 und 1971 verfasst hat. Erhard Kraft ist Vorsitzender der Bezirksgruppe Arolsen des Waldeckischen Geschichtsvereins, in dessen Namen das Buch herausgegeben wurde.
Durch den bis in die Familiengeschichte der einzelnen jüdischen Mitbürger/innen gehenden Vortrag konnte der Referent sehr eindrucksvoll dokumentieren, wie Menschen mit jüdischen Glauben in das dortige Gemeinwesen über Jahrhunderte integriert waren. Ergänzt wurde der Vortag durch eine Präsentation mit zahlreichen historischen Dokumenten und Fotos.
Schüler*innen besuchten das Gustaf-Hüneberg Haus
Kooperation mit dem Hüffert-Gymnasium Warburg läuft an
Zukünftig wird die Rückblende außerschulischer Lernort des Warburger Hüffert-Gymnasiums sein.
Im Zuge dieser Kooperation besuchten Schüler die Ausstellung und die Mikwe im GHH. Karl Nitzge und Dr. Wolfgang Werner konnten neben den Schülern auch die betreuende Lehrerin und Eltern begrüßen.
Weitere gemeinsame Aktivitäten sind geplant:
Im April 2026 werden eine Schülergruppe und Vertreter der Rückblende gemeinsam nach Buchenwald fahren. Neben der Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZ soll ein Baum gepflanzt werden. Schwerpunkt der Exkursion werden Workshops sein, deren Ergebnisse die Schüler am 8.11.26 zum Pogromgedenken im Gustav-Hüneberg-Haus vorstellen werden.
Frau Yasmin Alinaghi liest aus Ihrem neuen Buch "Unheil"
„Die zahlreichen Besucher und Besucherinnen zur Lesung verfolgten die Ausführungen der Autorin mit großem Interesse, zumal sie auf authentischen Erlebnissen aufbauen. Im nächsten Jahr wird Frau Alinaghi aus dem dritten und letzten Teil der „ „Kirschblütensaga“ lesen. Nach „Unwert“ und „Unheil“ steht dieser unter dem Stichwort bzw. Titel „Unrecht“.
Nachkommen der Familie Meyer besuchen das Gustaf-Hüneberg_Haus
Vortrag von Dr. Gernot Gerlach
Dr. Gerlach berichtete von den Anfängen des Kirchenkreises Wolfhagen und die damit einhergehende Aufteilung der Pfarrschaften und Gemeinden.
Seine Forschungen, die er auch in einem Buch veröffentlichte, konzentrierten sich auf den Aspekt, wie sich der Kirchenkreis Wolfhagen während der NS Herrschaft politisch positionierte.
Da sich die Ergebnisse nicht verallgemeinern lassen, listete Gerlach die Zustände in den einzelnen Gemeinden auf. Von großer Zustimmung zum herrschenden politischen System bis Hinwendung zur „Bekennenden Kirche“ reichte das Spektrum.
Auch die Novemberpogrome 1938 fielen unterschiedlich aus.
Bis zu einer beginnenden Aufarbeitung der Geschehnisse in der NS-Zeit musste lange gewartet werden. Erst in den 80er Jahren kam es verstärkt zur Bildung von Initiativen, die sich für eine Erinnerungskultur diesbezüglich einsetzten.
Peter Soltau kam in seiner anschließenden Rede „Ich bleibe Optimist“ von den vorherigen Fakten zur Frage, ob sich Arbeit in der Erinnerungskultur überhaupt noch lohne. Wohltuend positiv und inhaltlich mit Beispielen untermauert zeigte er auf, dass es gerade in den heutigen politischen Zeiten sehr wichtig ist, für demokratische Werte einzustehen.
Chagall Lithographien im Gustav-Hüneberg-Haus in Volkmarsen
Mit einer gelungenen Vernissage eröffnete der Verein „Rückblende“ aus Volkmarsen die Ausstellung mit Werken von Marc Chagall.
Nach der herzlichen Begrüßung durch Vorstandsmitglied Manfred Flore informierte der Leihgeber Michael Kleibrink darüber, wie ein Teil dieser sehr besonderen Werke in seine Hände gelangte. Sein Onkel, der Jude war, sammelte Lithographien von Chagall und gab sie nach seinem Tod an Kleibrink weiter.
Arno Walprecht gab einen Abriss über Chagalls ausgesprochen interessantes Leben. Geboren 1887 in Belarus wurde er zu einem der größten Meister der 20. Jahrhunderts. Bis zu seinem Tod im Jahre 1985 schuf er unzählige Werke – besonders bekannt sind seine Glasfenster.
Die Ausstellung zeigt Lithographien, also Steindrucke, von Chagall.
Was eine Lithographie ist, darüber informierte die Anwesenden Arno Walprecht.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung mit Musik von Fauré und Debussy. Renate Walprecht (Flöte) und Anne Petrossow (Klavier) verliehen dadurch der Veranstaltung eine besondere Note.
„Die drei Ringe“ Vortrag von Frau Prof. Dr. Dorothea Weltecke
Mit der kühnen These, dass die 3 Weltreligionen erst im Mittelalter entstanden seien, eröffnete Frau Weltecke ihren Vortrag. Gekommen waren zahlreiche Besucher, die von der sympathischen Professorin der Humboldt-Universität mehr erfahren wollten über ihre Forschungen zum Thema Religionen im Mittelalter.
Die „Rückblende“ in Volkmarsen feiert 30. Geburtstag
Unser Verein wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. Um diesen Geburtstag gebührend zu feiern, wurde am Sonntag in den Garten des Gustav-Hüneberg-Hauses eingeladen. Zahlreiche Besucher folgten der Einladung – besuchten die Ausstellungen und das Café, wo wieder leckerste Torten und herzhafte Waffeln angeboten wurden.
Michael Löffelsender: Die Novemberpogrome 1938 und das Konzentrationslager Buchenwald
Das Jahr 1938 gilt heute vielfach als das „Schicksalsjahr“ für die jüdische Bevölkerung in Deutschland. Sowohl die antisemitische Politik des NS-Staates als auch der offene Terror gegenüber Jüdinnen und Juden erreichte 1938 eine bis dato nicht gekannte Eskalationsstufe. Den Höhepunkt dieser Entwicklungen bildeten die Novemberpogrome. Überall in Deutschland zogen in den Tagen um den 9. November 1938 marodierende Schlägertrupps durchs Land, setzten Synagogen in Brand, plünderten jüdische Geschäfte und misshandelten oder ermordeten Jüdinnen und Juden. Über 26.000 jüdische Männer wurden nach den Pogromen in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen vertrieben.
Der Vortrag blickt zum einen schlaglichtartig auf die beispiellose Gewalt gegenüber der jüdischen Bevölkerung in Nordhessen, die zum Teil bereits am 7. und 8. November 1938 einsetzte. Zum anderen beleuchtet der Vortrag die Situation im Konzentrationslager Buchenwald in den Tagen und Wochen nach den Pogromen. In das Lager auf dem Ettersberg beim Weimar wurden fast 10.000 jüdische Jungen und Männer verschleppt, auch aus den Städten und Gemeinden in Nordhessen. 250 von ihnen verloren ihr Leben im sogenannten Pogromsonderlager in Buchenwald, einer Sonderzone im Lager, in der äußerster Mangel und zügellose Gewalt herrschten.
Musikalische Lesung Selma Meerbaum (1924 - 1942)
„Ich habe keine Zeit gehabt, zuende zu schreiben.“ Das ist ein Zitat der Dichterin Selma Meerbaum, die mit nur 18 Jahren sterben musste. Anne Petrossow, Julia Reingardt und Peter Will machten sich auf eine eindrucksvolle Spurensuche.
Es gab viel zu erfahren aus dem kurzen Leben der Selma Meerbaum. Gedichte wurde rezitiert, Vertonungen davon gesungen und ihr Lebensweg nachgezeichnet.
Naftali Fürst und Tova Wagmann besuchen Volkmarsen
Auf Einladung des Vereins Rückblende verbrachten Naftalie Fürst und seine Frau Tova Wagmann drei Tage in Volkmarsen und Bad Arolsen.
Nachdem die aus Haifa stammenden Gäste von Mitgliedern der Rückblende in Buchenwald, wo sie an der Feier der Befreiung vor 80 Jahren teilnahmen, abgeholt wurden, ging es zuerst nach Arolsen ins Hotel.
Am Dienstag standen gleich mehrere Höhepunkte auf dem Programm: Am frühen Nachmittag wurde das Hüneberg-Haus mit Ausstellungen und Mikwe besichtigt, Fragen zum Verein beantwortet und sich mit Mitgliedern der Rückblende bekannt gemacht.
Anschließend ging es ins Rathaus zu Hendrik Vahle, dem Bürgermeister von Volkmarsen. In lockerer, entspannter Atmosphäre tauschte man die wichtigsten Informationen zum Ort aus. Naftali Fürst bestach schon hier mit seiner Präsenz und Lebensfreude. Dann folgte der Eintrag ins „Goldene Buch“ der Stadt Volkmarsen. Der erste Eintrag in hebräischer Sprache wurde sogleich für die Anwesenden übersetzt. Herrn Fürst und seiner Frau sei es eine Ehre...
Nach einer kurzen, mit interessanten Gesprächen gefüllten Pause, ging es zum „Zeitzeugengespräch“ in die Nordhessenhalle
Es war für alle Beteiligten überwältigend, welch großes Interesse es am Thema und dem Zeitzeugen gab. Im Vorfeld waren bereits optimistisch 150 Stühle gestellt worden. Der Hausmeister sollte noch lange beschäftigt sein mit dem Holen weiterer Stühle. Letztendlich fanden sich ca. 300 Besucher ein. Was dann folgte, waren 90 Minuten, die es in sich hatten. Nach dem Abspielen eines kurzen Films zu Buchenwald und dem Kinderlager, in dem Naftali Fürst überlebte, übernahmen Schüler des Hüffert-Gymnasiums aus Warburg die Regie. Sie hatten sich sehr gut auf das Gespräch vorbereitet. Ihre Fragen gingen unter die Haut. Erst recht aber die Antworten von Herrn Fürst. Er ließ sich tief in seine Seele blicken...
Kurzvideo zum Zeitzeugengespräch mit Naftali Fürst:
https://www.instagram.com/reel/DJR_xLSoTxp/?igsh=MXNzcW04bGdsZGgzcA==
Am Mittwoch stand der Besuch der „Arolsen Archives“ im Zentrum. Nach einer sehr herzlichen Begrüßung und einem Rundgang durch die Ausstellung gingen die Gäste aus Haifa auf Entdeckungssuche. Sie hatten verschiedene Namen, zu denen sie Nachforschungen anstellen wollten, vorbereitet. Natürlich konnte Herr Fürst auch seine eigene Akte aus dem Archiv einsehen. Er und Frau Wagmann zeigten sich sichtlich beeindruckt.
Der offizielle Besuchsteil war damit beendet und am Donnerstag wurden die beiden Gäste zum Flughafen nach Frankfurt gefahren, von wo aus ihr Flieger nach Haifa ging.
Kurzvideo zum Zeitzeugengespräch mit Naftali Fürst:
https://www.instagram.com/reel/DJR_xLSoTxp/?igsh=MXNzcW04bGdsZGgzcA==
Sonderausstellung zum Thema "Buchenwald und Vortrag von Herr Ramme zu Mittelbau Dora
Mit einer Vernissage wurden die beiden aktuellen Ausstellungen zum Thema „Buchenwald“ im Gustav-Hüneberg-Haus eröffnet.
Dr. Werner, 1. Vorsitzender der Rückblende und einer der Ausstellenden, erläuterte in seiner Rede die Motivation des Vereins, sich in diesem Jahr besonders dem Thema „Buchenwald“ zuzuwenden. Vor 80 Jahren, am 11. April 1945, wurde das KZ Buchenwald befreit.
Mit sehr eindrücklichen Fotografien des Konzentrationslagers von Wolfgang Werner und Werken der Künstler des Kunstateliers der Lebenshilfe in Weimar/Apolda wurde ein interessanter Spannungsbogen geschaffen
Die Künstler aus Weimar haben sich, laut ihrer Leiterin Frau Romaniec, bewusst dafür entschieden, keine Bilder über das KZ Buchenwald zu malen, sondern sich mit dem Thema Bäume und deren Bedeutung für die Menschen auseinanderzusetzen. Die Gegensätzlichkeit der Objekte macht die Ausstellung sehr lebendig.
Musikalisch begleitet wurde die Vernissage mit Klezmermusik vorgetragen von Maren Grünhaupt, Renate Walprecht, Gudrun Dietrich-Simon und Jacqueline Seitz.
Der Vortrag von Peter Ramme aus Landau zum Thema Mittelbau-Dora setzte an diesem Nachmittag einen weiteren Akzent zu „Buchenwald“.
Mittelbau-Dora war eine Außenstelle von Buchenwald. Peter Ramme schilderte ergreifend, was sich dort abspielte. Er äußerte sich eingehend zu seiner persönlichen Eingebundenheit. Nachdem er im Alter von 16 Jahren erfuhr, dass er adoptiert war, machte er sich auf die Suche nach seinen Eltern. Er fand heraus, dass er der Sohn des Leiters von Mittelbau-Dora war. Das löste eine lange Recherche zu Thema aus, dessen Ergebnisse er an das interessierte Publikum weitergab.
„Du bist Spitze!"
Daniele Sommer, Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, hat 14 Frauen aus dem Landkreis für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet, darunter Christel Flore, die sich ganz besonders um unser Buchcafe kümmert. Wir gratulieren und bedanken uns für ihren Einsatz!
(Hier finden Sie den Hinweis auf den Bericht der WLZ dazu)
Autorenlesung Viktor Funk
Feierliche Verleihung des Bundesverdienstorden an Dr. Wolfgang Werner
Der 1. Vorsitzende der Rückblende erhält das Bundesverdienstkreuz!
Mit ihm freuen sich Mitglieder des Vorstands und des Beirats. Mit seiner engagierten Arbeit hat Dr. Werner dem Verein aus einer schwierigen Zeit geholfen. Inzwischen ist die Rückblende wieder gut aufgestellt, präsentiert sich als aktiver Verein.
Viele Ideen, die sich mit der Herzensangelegenheit des Vereins, dem „Nichtvergessen“ befassen, konnten realisiert werden bzw. werden umgesetzt. Eine lebendige und motivierte Schar an Unterstützern hilft dabei tatkräftig.
Lieber Wolfgang, vielen Dank!!!
„Erinnerungen“ Ragnhild und Paulander Hausmann erzählen aus ihrem Leben
Paulander wurde in eine Familie hineingeboren, die „jüdisch versippt“ war. Mit dem politischen System der Nazis im Einklang zu leben, war für sie erst sehr schwierig und schließlich unmöglich. Sie wanderten nach Holland aus. Nicht alle Familienmitglieder konnten rechtzeitig Deutschland verlassen. Zwei seiner Tanten wurden im KZ ermordet. Nach dem Krieg kamen sie zurück in ihre alte Heimat.
Ragnhilds Sozialisation verlief sehr anders. Ihr Vater war strammer Nazi und führte als Bürgermeister ein strenges Regiment. Das beeinflusste natürlich Ragnhild und ihre Geschwister. Nach dem Krieg wurde er inhaftiert. Die Mutter war mit den Kindern auf sich alleine gestellt. Man lebte in einem Lager. Es dauerte lange, bis wieder ein einigermaßen „normales“ Familienleben möglich war.
Zwei so unterschiedliche Lebenslinien verknüpften sich. Beide lernten sich in Heidelberg kennen und lieben. Ragnhild, die sich zeitlebens sehr kritisch mit ihrem Vater auseinandersetzte, wandte sich gegen jede Form von Faschismus. Paulander und sie entschieden sich für eine „alternative“ Lebensform. Sie gründeten mit anderen den Laurentiuskonvent in Wethen. Dort wurde Gleichheit, Solidarität, Offenheit und Toleranz gelebt. Außerdem setzte man sich für den Frieden auf der Welt ein.
Ragnhild und Paulander leben heute noch in Wethen, sind dem Konvent sehr verbunden und setzen sich auch weiterhin für dessen Werte ein.
Würdevolles Gedenken auf dem jüdischen Friedhof in Volkmarsen
Zum Holocaust-Gedenktag – in diesem Jahr der 80. Jahrstag der Befreiung des KZ Auschwitz, lud der Verein Rückblende auf den jüdischen Friedhof in Volkmarsen ein. Kerzen erleuchteten den Weg zum Mahnmal. Dort versammelten sich die zahlreich Erschienenen.
Begrüßt wurden sie musikalisch von Yvonne Schmidt-Volkwein, Anne Petrossow und Renate Walprecht mit dem Lied „Abendgrüße“. Die anschließende mündliche Begrüßung übernahm Dr. Wolfgang Werner, der 1. Vorsitzende der Rückblende.
Bürgermeister Vahle betonte in seiner Ansprache, wie wichtig das Gedenken am heutigen Tag sei. Was geschehen ist, dürfe nicht vergessen werden. Da es nur noch sehr wenige Zeitzeugen gibt, sei es umso wichtiger, dass die Erinnerung und das Mahnen durch beispielsweise die Rückblende aufrecht erhalten wird. Er dankte dem Verein für seine Arbeit.
Diakon Alexander von Rüden beleuchtete das Gedenken aus einer anderen Perspektive. „Und vergib uns unsere Schuld“ war das Thema seines Vortrages. Er spürte aus theologischer Sicht der Frage nach, wie lange Schuld auf uns lastet. Die Bibel gibt dazu einige Anhaltspunkte. Schuld laste über mehrere Generationen auf den Schultern der Nachkommen. Doch diese Schuld könne wahrgenommen werden als Verantwortung für das eigene Handeln. Dafür einstehen, dass so etwas nicht wieder möglich ist. Von Rüden verwieß auf Parallelen zur aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation, denen man sich entgegenstellen müsse.
Nach dem Liedvortrag „Shalom aleichem“ wurden von Mara Flore und Antonia Blume sehr eindrucksvoll die Namen der Opfer aus Volkmarsen verlesen. Wie wohltuend, junge Menschen bei so einer Veranstaltung dabei zu haben!
Anschließend gedachte Arno Walprecht mit ergreifenden Worten dem verstorbenen Beiratsmitglied Christian Holtgreve. „This world is not my home...“ lieferte den passenden musikalischen Rahmen.
Dr. Wolfgang Werner verabschiedete die Besucher und bedankte sich bei allen Mitwirkenden.
Hier können Sie den Text „Und vergib uns unsere Schuld" lesen.