Benefizkonzert der HARMONIST:INNEN ein voller Erfolg
Mit ihrem neuen Programm „Kann denn Liebe Sünde sein“ überzeugten die aus Nordhessen stammenden HARMONIST:INNEN Yvonne Schmidt Volkwein, Anne Petrossow, Renate Walprecht und Bernd Geiersbach am Muttertag die zahlreichen Besucher. Sie sorgten mit ihrem Programm aus alten Schlagern, Gassenhauern und bekannten Operettenmelodien in eigenen Arrangements für allerbeste Stimmung.
Sie bereicherten die musikalischen Beiträge in gewohnter Weise mit informativen Texten.
Im ersten Teil des Konzerts wurden ausschließlich Lieder der Comedian Harmonists geboten. Allerdings in eigenen Arrangements und zum Teil mit hintersinnigen Kommentaren. Aus „Hein spielt abends so schön auf dem Schifferklavier“ wurde der Bernd, der die Sängerinnen auf dem Akkordeon begleitete. Die Welt der Seemannsbräute und Matrosen hinterfragten die Sängerinnen humorvoll und charmant.
Der zweite Teil des Konzerts begann mit etwas zum Schauen. Die Musiker kamen in Charlston Kostümen im Stil der 20iger Jahre auf die Bühne. Getreu dem Motto des Abends ging es dann um die Liebe. Bei „Kann denn Liebe Sünde sein“, „Die Männer sind alle Verbrecher“ oder „Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ bekamen die Männer sehr humorvoll aufgezeigt, was Frauen so denken. Das konnte natürlich, sehr zur Freude des Publikums, der Pianist nicht immer auf sich sitzen lassen.
Flötentöne gewürzt mit jüdischem Humor
Das Flötenensemble Bad Arolsen unter der Leitung von Jan Knobbe war zu einem Konzert im GHH
Mit fünf Bassflöten, einem Cello, 3 Tenor-, mehreren Altflöten und einem Sopran wurde sehr abwechslungsreiche Musik geboten.
Begonnen wurde mit einem Doppelchor von G. Gabrieli. Doppelchor bedeutet, dass sich das Flötenensemble in 2 Flötenchöre aufteilte und so achtstimmig miteinander musizierte. Ein echter Hörgenuss!
Musik von Mozart, Bach und Händel folgte. Mit viel Spielfreude interpretierten die Musiker auf ihre Weise ein Stück aus der Feuerwerksmusik von Händel, aus einer Messe von Mozart und eine Fuge von Bach.
Dass Flöten auch Tango können, zeigte das Ensemble mit zwei Kompositionen von Astor Piazolla. Melancholisch und klagend kamen die Stücke beim Publikum an.
Natürlich durfte im Hünberg-Haus die Klezmermusik nicht fehlen. Diese traditionelle Festmusik der osteuropäischen Juden spannte den Bogen zu den bei der Rückblende im Zentrum stehenden Themen wie Informationen zum Judentum.
Aufgelockert wurde das Ganze durch jüdischen Humor. Arno Walprecht und Manfred Flore informierten über das Besondere an jüdischem Humor und trugen, sehr zur Freude aller, einige hintersinnige Witze vor.
Heinrich-Heine-Lesung mit Valeria Geritzen
Am 15.März 2026 hielt Valeria Geritzen einen sehr abwechselungsreichen Vortrag über das Wirken von Heinrich Heine im Gustav-Hüneberg-Haus. Heinrich Heine, geboren 1797 in Düsseldorf hat früh und klar vor den Gefahren nationalistischer Begeisterung gewarnt. Er lebte im Spannungsfeld von Zugehörigkeit und ständiger Ausgrenzung. Er war ein Wegbereiter der Moderne zwischen Zensur im deutschen Bund und geistiger Offenheit.
Heines Texte wirken heute wie ein Echo in unsere Zeit: hellwach, menschlich und unbeirrbar im Einsatz für Toleranz und Offenheit. In ihrem Vortrag verband Valeria Geritzen Heines Gedichte und Prosa mit zeitgenössischen lyrischen Texten von ihr selbst. Dabei gelang es ihr zu zeigen, wie Sprache Brücken schlägt zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
In der anschließenden Diskussion sprachen einige Besucher von einer gelungenen Komposition und spendeten reichlich Beifall.
Vortrag zum Thema:„Droht ein neuer Faschismus?..."
Der bekannte Soziologe hielt am Sonntag den 01.03.2026 einen Vortrag zum Thema „Droht ein neuer Faschismus? Zur Destabilisierung von Institutionen durch die radikale Rechte“ im Saal des Hüneberg-Hauses. Dörre studierte von 1976 bis 1982 Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschafts- uns Sozialgeschichte sowie Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität in Marburg, wo er 1992 promoviert wurde.
2004 erhielt Dörre einen Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2005 war er dort Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologe. Seit vergangenem Jahr hat Dörre eine Gastprofessur für Nachhaltigkeitskonflikte an der Universität Kassel. Er befasst sich mit Konflikten rund um den sozial-ökologischen Umbau. Er hat das VW-Werk in Baunatal intensiv beforscht und ist gemeinsam mit Studierenden weiterhin in engem Austausch.
Gut 1 ½ Stunden referierte Herr Dörre über das Thema, das zum Abschluss in vier Empfehlungen mündeten, die als Ergebnis seiner Forschungen ermöglichen, Zugang zu AfD-Wählern zu erhalten und sie über Ängste, sorgen und Erwartungen… Viele Anwesende nutzten auch die Gelegenheit im Anschluss an den Vortrag mit Herr Dörre ins Gespräch zu kommen um weitere Hinweise und Empfehlungen zu erhalten.
Der Vortrag wurde sehr anschaulich durch eine Präsentation untermauert und begleitet. Interessierte können ihn auf Anfrage über ein Email an den Verein Rückblende gegen das Vergessen e.V. (post@ruecklende-volkmarsen.de) erhalten.
Kasseler ALL-In-Projekt im GHH Ausstellungseröffnung
Am Sonntag war es so weit: die erste Veranstaltung der Rückblende im Jahr 2026 konnte beginnen. Viele Interessierte fanden sich im Veranstaltungsraum des Hauses ein, um der Eröffnung der aktuellen Ausstellung beizuwohnen.
Dr. Werner, 1. Vorsitzender der Rückblende und Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Viva-Stiftung in Kassel, begrüßte die Anwesenden. Er erklärte, was unter der Bezeichnung „Migranten-Organisationsprojekt“ zu verstehen ist.
In Kassel arbeiten aktuell 19 Vereine, die von Menschen geführt und organisiert werden, die selbst einen Migrationshintergrund haben und sich deshalb bestens mit den Herausforderungen und Problemen auskennen. Sie beraten, unterstützen und begleiten.
Von Leila Mohtadi, der ALL IN Koordinatorin, gab es Informationen zur Wanderausstellung „DAFÜR! Stehen wir“. Hier stellen die Aktiven sich und den Hintergrund ihrer Arbeit vor.
Anschließend wurde etwas für Augen und Ohren geboten. Frauen aus Eritrea führten zu Musik ihres Heimatlandes Tänze in landestypischen Kostümen vor.
Eine lebendige, herzliche Veranstaltung mit viel Wertschätzung für alle Beteiligten!
Die Ausstellung ist bis auf Weiteres im GHH zu sehen.
Holocaust-Gedenken in Volkmarsen am 27. Januar 2026
Man traf sich auf dem jüdischen Friedhof in Volkmarsen. Der lange Weg zum Mahnmal, das am hinteren Ende des Friedhofs aus zertrümmerten Grabsteinen errichtet wurde, war durch viele Lichter erleuchtet.
Manfred Flore vom Vorstand der Rückblende begrüßte die Anwesenden und verwies auf die Wichtigkeit des Gedenkens. Dies unterstrich auch Bürgermeister Vahle in seinem Grußwort. In einer Stadt in Volkmarsen, in der es viele jüdische Mitbürger gab, muss das Erinnern weiter aufrecht erhalten und an junge Menschen weitergegeben werden.
Dass jungen Menschen das Gedenken am Herzen liegt, zeigten vier Schülerinnen des Warburger Hüffertgymnasiums. Clara Häberle, Pauline Dierkes, Theala Warich und Male Hancken trugen in ergreifender Weise Texte aus dem Buch des Holocaustüberlebenden Naftali Fürst vor. Herr Fürst war im vorigen Jahr Gast der Rückblende. Die Schülerinnen hatten ihn kennengelernt und interviewt.
Das Verlesen der Namen der Opfer aus Volkmarsen übernahmen Volkmarsen Konfirmanden.
Die Harmonist:innen umrahmten die Gedenkfeier musikalisch mit den gesungenen Wünschen nach Frieden, Menschlichkeit und Glück.
Lied: “Friede …” Lied: “Ja dann wird es sein …” Lied; “Iendwo …”
Dr. Werner las zum Abschluss das Gedicht „Immigrantenlied“ von Ilse Werner und wies darauf hin, dass wir eine Verantwortung hätten, uns der drohenden Gefahr entgegenzustellen.