Vortrag zum Thema:„Droht ein neuer Faschismus?..."
Der bekannte Soziologe hielt am Sonntag den 01.03.2026 einen Vortrag zum Thema „Droht ein neuer Faschismus? Zur Destabilisierung von Institutionen durch die radikale Rechte“ im Saal des Hüneberg-Hauses. Dörre studierte von 1976 bis 1982 Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschafts- uns Sozialgeschichte sowie Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität in Marburg, wo er 1992 promoviert wurde.
2004 erhielt Dörre einen Ruf an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2005 war er dort Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologe. Seit vergangenem Jahr hat Dörre eine Gastprofessur für Nachhaltigkeitskonflikte an der Universität Kassel. Er befasst sich mit Konflikten rund um den sozial-ökologischen Umbau. Er hat das VW-Werk in Baunatal intensiv beforscht und ist gemeinsam mit Studierenden weiterhin in engem Austausch.
Gut 1 ½ Stunden referierte Herr Dörre über das Thema, das zum Abschluss in vier Empfehlungen mündeten, die als Ergebnis seiner Forschungen ermöglichen, Zugang zu AfD-Wählern zu erhalten und sie über Ängste, sorgen und Erwartungen… Viele Anwesende nutzten auch die Gelegenheit im Anschluss an den Vortrag mit Herr Dörre ins Gespräch zu kommen um weitere Hinweise und Empfehlungen zu erhalten.
Der Vortrag wurde sehr anschaulich durch eine Präsentation untermauert und begleitet. Interessierte können ihn auf Anfrage über ein Email an den Verein Rückblende gegen das Vergessen e.V. (post@ruecklende-volkmarsen.de) erhalten.
Kasseler ALL-In-Projekt im GHH Ausstellungseröffnung
Am Sonntag war es so weit: die erste Veranstaltung der Rückblende im Jahr 2026 konnte beginnen. Viele Interessierte fanden sich im Veranstaltungsraum des Hauses ein, um der Eröffnung der aktuellen Ausstellung beizuwohnen.
Dr. Werner, 1. Vorsitzender der Rückblende und Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Viva-Stiftung in Kassel, begrüßte die Anwesenden. Er erklärte, was unter der Bezeichnung „Migranten-Organisationsprojekt“ zu verstehen ist.
In Kassel arbeiten aktuell 19 Vereine, die von Menschen geführt und organisiert werden, die selbst einen Migrationshintergrund haben und sich deshalb bestens mit den Herausforderungen und Problemen auskennen. Sie beraten, unterstützen und begleiten.
Von Leila Mohtadi, der ALL IN Koordinatorin, gab es Informationen zur Wanderausstellung „DAFÜR! Stehen wir“. Hier stellen die Aktiven sich und den Hintergrund ihrer Arbeit vor.
Anschließend wurde etwas für Augen und Ohren geboten. Frauen aus Eritrea führten zu Musik ihres Heimatlandes Tänze in landestypischen Kostümen vor.
Eine lebendige, herzliche Veranstaltung mit viel Wertschätzung für alle Beteiligten!
Die Ausstellung ist bis auf Weiteres im GHH zu sehen.
Holocaust-Gedenken in Volkmarsen am 27. Januar 2026
Man traf sich auf dem jüdischen Friedhof in Volkmarsen. Der lange Weg zum Mahnmal, das am hinteren Ende des Friedhofs aus zertrümmerten Grabsteinen errichtet wurde, war durch viele Lichter erleuchtet.
Manfred Flore vom Vorstand der Rückblende begrüßte die Anwesenden und verwies auf die Wichtigkeit des Gedenkens. Dies unterstrich auch Bürgermeister Vahle in seinem Grußwort. In einer Stadt in Volkmarsen, in der es viele jüdische Mitbürger gab, muss das Erinnern weiter aufrecht erhalten und an junge Menschen weitergegeben werden.
Dass jungen Menschen das Gedenken am Herzen liegt, zeigten vier Schülerinnen des Warburger Hüffertgymnasiums. Clara Häberle, Pauline Dierkes, Theala Warich und Male Hancken trugen in ergreifender Weise Texte aus dem Buch des Holocaustüberlebenden Naftali Fürst vor. Herr Fürst war im vorigen Jahr Gast der Rückblende. Die Schülerinnen hatten ihn kennengelernt und interviewt.
Das Verlesen der Namen der Opfer aus Volkmarsen übernahmen Volkmarsen Konfirmanden.
Die Harmonist:innen umrahmten die Gedenkfeier musikalisch mit den gesungenen Wünschen nach Frieden, Menschlichkeit und Glück.
Lied: “Friede …” Lied: “Ja dann wird es sein …” Lied; “Iendwo …”
Dr. Werner las zum Abschluss das Gedicht „Immigrantenlied“ von Ilse Werner und wies darauf hin, dass wir eine Verantwortung hätten, uns der drohenden Gefahr entgegenzustellen.